Verschiedene Konstellationen bei Affären und Seitensprüngen und ihre Auswirkungen
Bei Affären, also länger dauernden „Nebenbeziehungen“, aber auch bei Seitensprüngen gibt es immer wieder verschiedene Konstellationen. So kann es z.B. sein, dass zwei Menschen, die sich zu einer Affäre oder einem Seitensprung zusammenfinden, beide in einer „Hauptbeziehung“ leben, also entweder verheiratet sind oder sich in einer länger dauernden Lebensgemeinschaft befinden. Das Alltagsleben wird sozusagen mit dem bisherigen Hauptpartner weiter gelebt, während man sich das, was in der Hauptbeziehung zweifellos fehlt, woanders holt und dort auslebt. Dann gibt es auch noch eine andere Möglichkeit, nämlich dass einer der an einer Affäre Beteiligten in einer Beziehung lebt, der andere jedoch Single ist. Bei beiden Konstellationen ergibt sich folgendes Bild: trotz (oder auch gerade deshalb, es stellt ja ein gewisses „Kribbeln“ dar) aller Gefahr für die bisherige Partnerschaft ist das diesbezügliche Manko einfach so groß, dass es quasi ausgelebt werden „muss“, schlimmstenfalls auch sozusagen ohne „Rücksicht auf Verluste“, also mit sämtlichen Konsequenzen, die daraus resultieren. Man nimmt dabei also aufgrund des Leidensdrucks, der durch das Fehlende nach einiger Zeit entsteht, auch in Kauf, bei Entdecken des Seitensprungs bzw. der Affäre die bisherige Beziehung beenden zu müssen. Der „Betrogene“, der ganz realistisch betrachtet durchaus nicht unschuldig an der Nebenbeziehung bzw. am Seitensprung seines Partners ist – sei es unbeabsichtigt, weil er eben einfach nicht das geben kann, was sich der andere erhofft und wünscht oder auch durchaus durch Härte im Hinblick auf sexuelles Verlangen (hier kann z.B. auch ein allzu sehr nach religiösen Vorbildern gelebtes Leben Auslöser sein), oder auch Verweigerung in verschiedensten Bereichen, um seinen eigenen Willen durchzusetzen und etwas damit zu bewirken oder zu verändern – stellt dann den „Betrüger“ meist vor die Wahl, sich zwischen 2 Menschen zu entscheiden. Also für die bisherige Partnerschaft oder für die Affäre bzw. den Seitensprung. Beim Seitensprung wird der „Fremdgeher“ meist wieder in die bisherige, vertraute Partnerschaft zurückkehren. Er kennt den neuen Menschen in seinem Leben schlicht und einfach zu wenig und das Risiko scheint deshalb zu groß, vertraute Wege zu verlassen, was aber nicht heißt, dass er in Zukunft nicht auch wieder fremd gehen wird – im Gegenteil, es ist sogar damit zu rechnen. Bei einer Affäre sieht es schon etwas anders aus, speziell wenn diese schon einige Zeit dauert, also eine gewisse Vertrautheit zwischen den neuen Partnern herrscht und man weiß, was man von einander erwarten kann. Oft ist es dann so, dass sich Menschen für das Neue entscheiden und nicht mehr in die alte Partnerschaft, in den alten Trott zurück möchten. Eines ist jedoch in jedem Fall gewiss: zurück in eine alte Gemeinschaft bedeutet auch immer, daß man sich zwar für kurze Zeit wieder zurücknehmen kann, sich jedoch nichts bzw. nicht viel an den alten Wegen ändern wird. Das was fehlt, das fehlt eben. Noch dazu kommen dann oft noch unterschwellige oder auch offene Vorwürfe in der Art „Wie konntest Du mir das nur antun?“. Der „Betrogene“ bezichtigt den anderen also noch des gewollten Betrugs, stellt sich selbst als Opfer dar und verlangt vom anderen permanente „Wiedergutmachung“. Es wird daher nichts besser, sondern im Gegenteil noch schlechter. Es gibt auch die sogenannten „Allesverzeiher“. Sie verzeihen dem betrügenden Gefährten nach außen hin, tief im Innersten sind sie jedoch der Ansicht, dass sie „so gut“ sind, dass sie der Partner ja im Grunde genommen gar nicht verdient. Auch dies ist eine heikle Situation, denn damit wird der andere permanent herabgesetzt und sozusagen nicht mehr für voll genommen und zum Lakaien degradiert, der froh sein kann, dass man als „Betrogener“ überhaupt noch Kontakt mit ihm haben will. Letzten Endes kann man, auch wenn es hart klingt, durchaus sagen: Partnerschaften können nach dem Aufdecken einer Affäre nicht mehr als gleichwertige Beziehungen funktionieren – allen Therapien, Versuchen, dem guten Willen, etc. zum Trotz. Man sollte sich daher auch wenn es sehr weh tut offen eingestehen, dass es eben nicht geklappt hat, dass zu viel gefehlt hat und dass man besser dran ist, einen Schluss-Strich darunter zu ziehen, als in einer endlosen Schleife gefangen zu sein, mit Vorwürfen, Manipulationen, Heimlichtuereien, etc. Auch das hat sein Gutes: man ist wieder frei für etwas Neues und eine Beziehung, die vielleicht doch besser läuft als die bisherige. Eben, weil man nun ganz genau weiß, was gefehlt hat und was für einen selbst zu einer glücklichen Beziehung dazu gehört.