Richtig loslassen können in Beziehungen

Posted by Tuging.de | Alle Einträge | Donnerstag 30 Dezember 2010 15:17

Jeder von uns hat es schon erlebt – man verliebt sich und möchte nach Möglichkeit rund um die Uhr mit dem/der Liebsten zusammen sein. Anfangs mag das vielleicht auch hie und da funktionieren, aber nach einer gewissen Zeit stellt sich dann doch die Notwendigkeit dar, daß man nicht ewig „zusammenkleben“ kann. Es muss schließlich doch jeder seinem Beruf und seinen alltäglichen Verpflichtungen nachkommen. Dies zu akzeptieren ist auch eine Frage des Erwachsen Seins. Während Kindern oft das Verständnis dafür fehlt, wenn Bezugspersonen keine Zeit für sie haben, so sollte man als erwachsener Mensch doch imstande sein, das Notwendige zu akzeptieren und auch für sich selbst zu erkennen, daß man eben Verpflichtungen hat, daß man von etwas leben muss (entgegen dem alten Sprichwort „Von Luft und Liebe leben“) und dass es vielleicht gar nicht so wünschenswert ist, mit einer anderen Person – und sei sie noch so geliebt und begehrt – rund um die Uhr zusammen zu sein und kein Eigenleben mehr zu haben. Leider haben Frauen oftmals mehr Probleme mit dieser Tatsache als Männer. Sie fühlen sich abgelehnt, nicht verstanden und nicht genügend geliebt, weil sie sich zu sehr über ihre Bezugspersonen definieren und ihren Selbstwert daraus beziehen. Männer wiederum lernen von Kindheit an, ihren eigenen Weg zu gehen und trotzdem oder gerade deshalb geliebt zu werden. Es hat auch mit einer gewissen Härte zu tun, die Männern von Anfang an beigebracht wird – ein Mann hat nicht zu weinen, keine Schwächen zu zeigen, etc. Nur dann ist er ein „richtiger Mann“…. Ein Mädchen wiederum hat weiblich und weich zu sein. Diese Erziehungsformen und das „typisch weibliche“ und „typisch männliche“ sitzen tief verankert in uns allen. Man hat so zu sein, weil es die Gesellschaft so fordert. Dass mittlerweile aber in Zeiten der Gleichberechtigung doch ein Umdenken stattfindet, erscheint vielen als bedrohlich – ein Mann ist plötzlich kein „ganzer Mann“ mehr, eine Frau zeigt plötzlich Stärke, wo sie doch weiblich und nachgiebig zu sein hat…. Sehen wir es so: jemand, der selbst Stärke und Selbstvertrauen besitzt, wird sich von solchen vermeintlichen „Abweichungen“ nicht verunsichern lassen, sondern sie als positive Veränderungen wahrnehmen und akzeptieren, daß sich die Zeiten geändert haben. Und zwar zum Wohle von uns allen. Und mit viel Selbstvertrauen gelingen dann auch Beziehungen, bei denen nicht 24 Stunden lang alles miteinander unternommen wird, sondern wo jeder sein Eigenleben behalten darf und man einander immer wieder Neues zu berichten hat und keine Eifersucht auf das Leben des anderen aufkommt. So gelingen Beziehungen wirklich und so kann man getrost auch wieder loslassen – bis zum nächsten Wiedersehen, auf das man sich schon freuen kann!

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