Sie leben in einer Ehe oder Partnerschaft und vermissen in dieser mehr Zärtlichkeit, Zuwendung, Sex? Auch die Gespräche kommen in Ihrer „Hauptbeziehung“ einfach zu kurz? Partner bzw. Partnerin haben einfach nicht viele gemeinsame Interessen mit Ihnen, es hapert an Gesprächsstoff bzw. Ihre Interessen stossen auf zu wenig Verständnis? Wenn viele dieser Details zusammenkommen, dann werden Sie sich über kurz oder lang entschliessen, diese Hauptbeziehung entweder aufzugeben oder sich eine zweite, zusätzliche Beziehung, eine sogenannte „Nebenbeziehung“ zu suchen. In dieser Nebenbeziehung finden Sie dann all das, was Ihnen im Alltag fehlt. Zum Kick des „frisch verliebt – Seins“ kommt dann dazu, daß all das ausgelebt werden kann, was sonst verloren gegangen ist. Die Gründe für eine Affäre sind im Grunde genommen also immer die Gleichen – Nachlässigkeit des Partners in der Hauptbeziehung, die sich in den verschiedensten Dingen äussert. Es können dies eben Desinteresse am Partner, ständige Nörgelei (ob angebracht oder nicht), Streitereien innerhalb der Familie, „Belagerungszustände“ von Schwiegermüttern, extreme Konzentration auf Kinder (und der damit verbundene „Ausschluss“ des Partners), sich Gehen lassen (in Form von extremer Gewichtszunahme und Bequemlichkeit sowie Ungepflegtheit), etc. sein. Ganz besonders zu erwähnen ist hier auch die Gewichtszunahme bei Frauen nachdem sie Kinder bekommen haben. Leider glauben viele, damit seien ihre Pflichten insgesamt „erledigt“. Die Frau kümmert sich fast ausschliesslich nur mehr ums Kind, achtet überhaupt nicht mehr auf ihr Äusseres und viele nehmen dann wirklich 20-40 kg zu, sind sozusagen „hauptberufliche Mamas“. Sich dann darauf auszureden: „ich habe Dir schliesslich ein Kind zur Welt gebracht, die Hormone, etc….“ das ist schlichtweg unfair (man hat nicht „dem Partner Kinder zur Welt gebracht“, sondern man wollte ja schliesslich auch selbst eines oder mehrere) und eine Ausrede, denn mit etwas Eigenmotivation kann eine Frau auch nach einer Geburt das Gewicht in einem gewissen Rahmen halten und wenn sie es alleine nicht wirklich schafft, dann kann sie dies mit ärztlicher Unterstützung, denn es gibt bereits sehr gute Präparate am Markt, die die Fettaufnahme blockieren und damit ist es für wirklich niemanden mehr eine Hexerei, zumindest halbwegs schlank zu werden und auch zu bleiben.
Auf der anderen Seite gibt es dann auch unausgelastete Väter, die nicht viel zum Wohl und zur Unterhaltung des Kindes beitragen, weiter ihrer Arbeit nachgehen, zwar „Geld ins Haus“ bringen, aber nach Feierabend nach Hause kommen und einfach nur mehr ihre Ruhe haben wollen. Wenn die ehemals sexuell aktive Partnerin dann nach einem anstrengenden Tag mit Kind und Haushalt keine Lust mehr hat, dann fühlt sich der Mann sehr leicht zurückgestossen und nicht angenommen. In diesem Falle ist es nicht verwunderlich, daß sich der Mann bald eine Geliebte sucht. Egal ob man ein Mann oder eine Frau ist – mit einer Nebenbeziehung ist man trotz (oder vielleicht gerade wegen) der zusätzlichen Anstrengung insgesamt wieder ausgeglichener, das Leben macht mehr Spass, man achtet auf sich, die Hormone beflügeln im wahrsten Sinn des Wortes und man wird auch wieder viel unternehmungslustiger. Oftmals sind solche Nebenbeziehungen dann auch der „Kitt“, der die Hauptbeziehung zusammenhält. Denn ohne die Affäre würde es schlicht und einfach nicht mehr klappen, weil einfach zu viel fehlt. Man sollte sich also insgesamt Gedanken über den „Wert“ von Affären machen. Speziell wenn Kinder noch recht klein sind, helfen diese zumindest über einen gewissen Zeitraum hinweg, die Hauptbeziehung überhaupt noch aufrecht erhalten zu können. Manche machen es auch so, daß sie sich einen gewissen „Zeitrahmen“ setzen, wie lange so eine Affäre dauern „darf“, um nicht zur Gefahr für die Hauptbeziehung zu werden. Sie setzen sich von vornherein ein Limit und danach brechen sie den Kontakt ab, um sich wieder etwas Neues zu suchen, das nicht so „gefährlich“ ist, weil der Zusammenhalt Anfangs nicht so stark ist. Hierbei darf man aber nicht vergessen: jeder neue Kontakt ist in gewisser Weise gefährlich. Man kann an einen Mann oder eine Frau geraten, die „nicht alle Tassen im Schrank“ hat. Nach dem ersten sexuellen Kontakt ist dann plötzlich „unsterbliche Liebe“ da und der neue Sexpartner möchte seine „Besitzansprüche“ vehement durchsetzen – ohne Rücksicht auf Verluste. Dann gibt es zwei Möglichkeiten: die Hauptbeziehung wird dadurch zum Scheitern gebracht (die Nebenbeziehung sowieso, denn wer möchte mit jemandem zusammensein, der wissentlich und willentlich etwas zerstört hat, um seine Ansprüche durchzusetzen) oder die Hauptbeziehung wird unter Zuweisung der Schuld auf dem Fremdgeher weitergeführt. Mit sämtlichen Konsequenzen, die da lauten: „Du hast…..!“ Busse bis ans Lebensende mit eingeschlossen. Niemandem zu wünschen!
Auch gibt es die „Gefahr“, tatsächlich auf die „Liebe des Lebens“ zu treffen. Was zuerst als Affäre auf Zeit gedacht war, das wird plötzlich – auf beiden Seiten - viel mehr. Dann ist die Hauptbeziehung gescheitert, etwas Neues und oftmals wirklich Besseres entstanden. Es gibt auch Affären, die eine Weile gut bzw. sehr gut laufen. Danach verglüht die Leidenschaft wieder, man trennt sich im Guten und beide Beteiligte suchen sich wieder etwas Neues. Man sollte Affären und Nebenbeziehungen jedenfalls nicht von vornherein schlecht machen. Eros, gleichbedeutend mit „die Lebenskraft“, spendet tatsächlich sehr viel Kraft im täglichen Leben. Nur so können Ehen und Beziehungen oft aufrecht erhalten bleiben. Jedoch sollte man sich nie etwas vormachen: in einer gut funktionierenden Beziehung fehlt niemals so viel, daß man eine Nebenbeziehung braucht. So gesehen ist es ein Fakt, daß eine Affäre durchaus Sinn macht, solange Kinder noch klein sind, um ihnen den Rahmen einer sicheren Familie zu erhalten. Später dann jedoch nicht mehr. Denn dann sollte man sich einfach eingestehen: es fehlt wirklich zu viel und das kommt auch nicht wieder. Was man dann daraus macht, das sei jedem selbst überlassen, aber am ehrlichsten ist es, sich von einem Partner zu trennen, mit dem man nicht mehr zusammenpasst.